Christiane Felscherinow wurde mit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zur Stimme von Betroffenen, deren Leben von Drogen geprägt war. Trotz vieler Rückschläge kämpfte sie immer wieder gegen die Sucht – ihre Geschichte zeigt den Willen, zu überleben und nicht wegzusehen. Wir zeigen euch wichtige Meilensteine in ihrem Leben.
#1 Umzug nach Berlin
Christiane Felscherinow wurde in Hamburg geboren und wuchs in einer von der Alkoholkrankheit ihres Vaters geprägten Familie auf. Mit sechs Jahren zog die Familie nach West-Berlin, wo sie in einer Sozialwohnung in der Neuköllner Gropiusstadt lebte. Die schwierigen familiären Verhältnisse und spätere Scheidung ihrer Eltern prägten Christianes Leben nachhaltig.
#2 Einstieg in die Drogenwelt
Schon mit zwölf Jahren begann Christiane, Drogen zu konsumieren. Mit 14 Jahren war sie heroinabhängig. Ihre Drogensucht führte sie auf den Kinderstrich in Berlin, wo sie sich prostituierte, um ihre Sucht zu finanzieren. Ihre Mutter merkte erst nach zwei Jahren, was wirklich in ihrem Leben vor sich ging.
#3 Begegnung mit Journalisten
Im Jahr 1978 gab sich Christiane als Zeugin in einem Prozess gegen Drogenhändler aus. Zwei Journalisten des Stern, Kai Hermann und Horst Rieck, wurden dabei auf sie aufmerksam und baten sie um ein Interview. Nach intensiven Gesprächen und Recherchen entstand das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, das die Drogenszene der 1970er Jahre aus der Sicht eines Kindes dokumentierte.
#4 Erfolg des Buches
Das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wurde 1979 veröffentlicht und war ein großer Erfolg. Es blieb über 95 Wochen lang auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Es brachte die erschütternde Realität der Drogenabhängigkeit und der damit verbundenen Verzweiflung einer breiten Öffentlichkeit näher.
#5 Erfolgreiche Verfilmung
1981 wurde das Buch unter dem Titel „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Uli Edel verfilmt. Die junge Natja Brunckhorst übernahm die Hauptrolle und spielte die 14-jährige Christiane. Der Film erzählte die dramatische Geschichte von Christianes Drogenabhängigkeit und den düsteren Seiten des Berliner Bahnhof Zoos.
#6 Künstlerische Phase
Nach dem Erfolg des Films versuchte Christiane, eine Karriere als Musikerin und Schauspielerin aufzubauen. Mit ihrem damaligen Partner Alexander Hacke gründete sie das Musikduo Sentimentale Jugend und trat auf Festivals wie dem Genialen Dilletanten-Festival 1981 in Berlin auf.
Sie versuchte zudem, als Solokünstlerin in der Musikszene Fuß zu fassen und nahm einige Platten auf, doch der kommerzielle Erfolg blieb aus.
#7 99 Luftballons
Während einer Promotionstour für den Film in den USA im Jahr 1982 hatte Christiane Felscherinow eine Kassette mit dem Lied „99 Luftballons“ von Nena dabei. Der Song wurde zufällig im Radio gespielt, was eine enorme Nachfrage auslöste. So gelang es dem Song, in die amerikanischen Charts einzutreten und zu einem weltweiten Hit zu werden.
#8 Rückfall und Gefängnis
In den 1980er Jahren kämpfte Christiane Felscherinow immer wieder mit Rückfällen in die Drogenabhängigkeit. 1985 wurde sie wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Geldstrafe belegt.
Ein Jahr später, 1986, wurde sie zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt. Ihre Zeit im Gefängnis prägte sie und trug zu ihren späteren Bemühungen bei, sich von ihrer Vergangenheit zu distanzieren.
#9 Neuanfang in Griechenland
1993 zog Christiane Felscherinow nach Griechenland und lebte dort mit einem Griechen zusammen. Diese Zeit in der griechischen Sonne war ein Versuch, aus der Dunkelheit ihrer Vergangenheit auszutreten. Doch auch hier wurde ihr Leben von den Schatten der Drogenabhängigkeit begleitet.
#10 Rückkehr und Mutterdasein
1996 wurde Christiane Felscherinow Mutter eines Sohnes. Doch auch in der Rolle als Mutter konnte sie ihre Vergangenheit nicht ganz überwinden. 2008 nahm das Jugendamt ihren Sohn vorübergehend in Obhut, doch Christiane kämpfte und bekam das Sorgerecht wieder zurück. Dennoch verzichtete sie darauf, ihren Sohn wieder bei sich aufzunehmen.
#11 Die Veröffentlichung ihrer Autobiografie
Im Jahr 2013 erschien Christiane Felscherinows Autobiografie „Christiane F. – Mein zweites Leben“, in der sie auf ihr weiteres Leben und ihre wiederholten Rückfälle in die Sucht einging. Das Buch hielt sich fast ein Jahr lang auf der Spiegel-Bestsellerliste und bot eine noch tiefergehende, persönlichere Sicht auf ihre Erlebnisse.
#12 Die Christiane-F-Stiftung
Mit der Veröffentlichung ihrer Autobiografie gründete Christiane Felscherinow die Christiane-F-Stiftung, die sich dafür einsetzt, Kindern aus substanzabhängigen Familien zu helfen und ein Bewusstsein für die Problematik der Drogenabhängigkeit zu schaffen. Ein Teil des Erlöses aus dem Buchverkauf fließt in diese Stiftung.
#13 Rückzug aus der Öffentlichkeit
2014 gab Christiane Felscherinow bekannt, dass sie sich vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückziehen würde. Ihr Gesundheitszustand und die Angst vor einer Internetkampagne waren die Hauptgründe für diesen Rückzug (via Spiegel). In der Öffentlichkeit wird sie immer wieder als Symbol für Überlebenswillen gefeiert.
Bilderstrecke: 23 Filmstars und ihre düsteren Seiten
Während Christiane Felscherinow mit ihrer bewegenden Geschichte die dunklen Seiten der Gesellschaft aufzeigte, gibt es auch in Hollywood zahlreiche Stars, die mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Hinter dem Glamour und Ruhm verstecken sich oft persönliche Dramen, Suchtprobleme und Skandale. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf 23 Filmstars und ihre Seiten, die weit entfernt vom Scheinwerferlicht liegen.